Die Diskussion um Longevity verschiebt sich zunehmend: Weg von der reinen Lebensverlängerung hin zu „Healthy Longevity“ – einem möglichst langen Leben in guter Gesundheit. Parallel steigt der Anspruch von Patienten, ihre Gesundheit aktiv mitzugestalten: Sie informieren sich, treffen Therapieentscheidungen gemeinsam mit Ärzten und erwarten individualisierte Lösungen statt Standardversorgung.
Für Pharmaunternehmen entsteht daraus ein strategisches Handlungsfeld: Wer langfristig erfolgreich sein will, muss verstehen, wie Menschen ihre Gesundheit aktiv steuern und wie Therapien, Services und Kommunikation darauf abgestimmt werden können. Eine moderne, patientenzentrierte Daten- und Marktanalyse setzt an dieser Stelle an – unterstützt durch Real-World Insights und Versorgungsforschung.
Longevity ist längst kein Nischenthema mehr, das sich z. B. auf Anti-Aging-Produkte beschränkt. Es umfasst:
- Prävention und Früherkennung: Prävention und Früherkennung gewinnen zunehmend an Bedeutung, etwa durch frühzeitige Diagnostik bei kardiometabolischen Erkrankungen oder in der Onkologie. Sie sind zentrale Hebel für Healthy Aging und können dazu beitragen, die Belastung durch Erkrankungen im höheren Lebensalter zu reduzieren.
- Therapien, Disease Management und Adhärenz: Die langfristige, therapietreue Behandlung von Erkrankungen wie Diabetes, COPD oder Autoimmunerkrankungen kann einen entscheidenden Einfluss auf Lebensqualität und Prognose haben.
- Lebensstil und Health Data Tracking: Die Kombination aus leitliniengerechter Medikation, gezielten Lebensstilinterventionen und sinnvoll eingesetzten digitalen Angeboten wie Apps oder Telemedizin kann wesentlich dazu beitragen, Therapieziele zu erreichen, Exazerbationen zu vermeiden und die Lebensqualität im Alltag zu stabilisieren.
Pharmaunternehmen können hier eine zentrale Rolle spielen, wenn sie verstehen, wie Patienten ihren Weg durch das Gesundheitssystem tatsächlich gehen: Welche Therapien sie wann und wie nutzen, wie konsequent sie diese anwenden, und welche Barrieren einem gesunden, langen Leben im Weg stehen.
Digitale Begleiter für Patienten wie mediteo schaffen dabei zusätzliche Touchpoints im Versorgungsalltag und können helfen, die Patient Journey und die Bedürfnisse von Patienten besser zu verstehen, da sie Daten zu Therapiemustern und zusätzliche Parameter wie die Einnahme freiverkäuflicher Präparate oder die Interaktion mit Aufklärungsmaterial bereithalten.
Patientenzentrierung: Vom Schlagwort zur umsetzbaren Strategie
Patientenzentrierung bedeutet im Kontext von Longevity vor allem, dass Patienten als aktive Entscheider in ihre Versorgung eingebunden werden und Therapieentscheidungen gemeinsam getroffen werden. Dafür braucht es eine verständliche Kommunikation, individuelle Angebote und eine konkrete Förderung im Alltag als zentrale Elemente einer patientenzentrierten Versorgung. Gleichzeitig steht eine ganzheitliche Sichtweise im Fokus: Der Patient wird nicht allein über seine Diagnose definiert, sondern über seinen gesamten Versorgungspfad von der Prävention über die Akutbehandlung bis hin zur Langzeitbetreuung. Darüber hinaus rücken langfristige Gesundheitsziele und persönliche Präferenzen in den Mittelpunkt. Es geht nicht nur um die kurzfristige Kontrolle von Symptomen, sondern um die Sicherung von Lebensqualität und Funktionalität über viele Jahre hinweg.
Pharmaunternehmen stehen vor der Aufgabe, diese Prinzipien in ihrer Produkt-, Service- und Kommunikationsstrategie konkret umzusetzen. Dazu ist ein genaues Verständnis von Versorgungsrealität und Patientenverhalten erforderlich. Dieses Verständnis kann aus patientenzentrierten Daten entstehen.
Patienten werden aktiv: Was wir über ihr Verhalten wissen müssen
Patienten nutzen heute vielfältige Wege, um ihre Gesundheit aktiv zu beeinflussen. Sie informieren sich über digitale Angebote zu Therapien, Nebenwirkungen und Alternativen und kombinieren ärztliche Empfehlungen mit eigenen Lebensstilentscheidungen. Sie erwarten nicht nur zu Beginn einer Therapie, sondern über den gesamten Krankheitsverlauf hinweg kontinuierliche Unterstützung. Patient Activation beschreibt in diesem Kontext das zunehmende Ausmaß, in dem Patienten informiert, motiviert und befähigt sind, aktiv an Entscheidungen und an der Gestaltung ihrer eigenen Versorgung mitzuwirken. Diese Entwicklung wird zunehmend zum zentralen Qualitätsmerkmal moderner, patientenzentrierter Versorgung.
Für Pharma ist entscheidend zu verstehen:
- Wie sehen reale Therapiepfade aus? Welche Präparate werden wann eingesetzt, wie häufig gewechselt oder abgesetzt?
- Wie wirkt sich Adhärenz auf Outcomes aus? Wo sinkt die Therapietreue, und welche Versorgungsangebote verbessern sie?
- Wo verlieren wir Patienten im Versorgungspfad (z. B. zwischen Diagnose, Erstverordnung und Langzeitbetreuung)?
Diese Fragen lassen sich nicht mehr allein mit klassischen Marktdaten beantworten, sondern erfordern eine holistische Sicht auf Versorgung, Verhalten und Outcomes; etwa kombiniert mit Patient Reported Outcomes (PRO). Während Versorgungsdaten zeigen, was im Gesundheitssystem passiert, liefern digitale Patientenplattformen wie mediteo Einblicke in das Verhalten und die Bedürfnisse von Patienten im Alltag. So kann ein umfassenderes Bild der Patient Journey entstehen.
Versorgungsrealität und Therapiepfade verstehen
Während Marktdaten vor allem den Status quo des Marktumfeldes abbilden, gehen longitudinale Analysen einen Schritt weiter: Sie zeigen im Detail, wie die Therapiepfade für Patienten über verschiedene Indikationen und Fachrichtungen hinweg aussehen, welche Facharztgruppen zentrale Rollen in etablierten oder neuen Therapieregimen einnehmen und welche Patientenmerkmale in einem konkreten Therapieumfeld vorherrschen.
Auf der Grundlage longitudinaler Patientendaten lassen sich zudem Switch- und Stop-Muster identifizieren, wodurch sichtbar wird, an welchen Punkten Patienten aus der Therapie aussteigen und wann sie wechseln. Darüber hinaus können Zeitverläufe analysiert werden, sodass erkennbar wird, wie früh und wie konsequent leitliniengerechte Therapien eingesetzt werden, die langfristig die Gesundheit sichern sollen. Zudem lassen sich Therapien mithilfe des Ärztepanels von Insight Health detailliert und anonymisiert abbilden – also Behandlungsverläufe, die für jeden einzelnen Patienten auf Basis spezifischer Parameter wie Kodiagnosen, Blut- und Laborwerte sowie Körpergröße und Gewicht bestimmt und aggregiert ausgewertet werden. So können auch Versorgungslücken sichtbar werden, in denen Pharma mit gezielten Maßnahmen ansetzen kann.
Adhärenz und Patientenzentrierung messbar machen
Durch die Nutzung von Daten zur Arzneimitteleinnahme können Adhärenz-Muster erkannt werden, etwa anhand von Wiederholungsverordnungen oder Therapieunterbrechungen. Zugleich lassen sich Patientensegmente identifizieren, bei denen eine aktive Rolle besonders ausgeprägt ist, zum Beispiel jüngere, digital affine Patienten mit spezifischen Kommunikations- und Servicebedarfen. Darüber hinaus kann die Versorgungsqualität entlang der Patient Journey analysiert werden, um gezielte Verbesserungen zu ermöglichen. Auf diese Weise wird Patientenzentrierung nicht nur zu einem Leitbild, sondern zu einer messbaren Größe im Markt.
Marktpotenzial für Longevity-orientierte Angebote bestimmen
Insight Health kann Pharmaunternehmen unterstützen, Zielgruppen zu quantifizieren, für die eine Longevity-Orientierung besonders relevant ist, etwa Patienten mit hohem Risiko für Folgeerkrankungen. Zusätzlich können regionale Unterschiede in der Versorgung aufgedeckt werden, um darauf basierend gezielte regionale Strategien zu entwickeln. Das Ergebnis ist ein datenbasierter Blick auf Marktchancen, die über traditionelle Therapieindikationen hinausgehen.
Von der Erkenntnis zur Umsetzung: Wie Pharma profitieren kann
Auf Basis der gewonnenen Daten und Insights können Pharmaunternehmen Serviceangebote entwickeln, die Patienten dabei unterstützen, ihre langfristigen Gesundheitsziele zu erreichen, zum Beispiel durch digitale Begleitprogramme, patientenzentrierte Unterstützungsangebote oder edukative Inhalte zum Thema Longevity. Gleichzeitig lassen sich Kommunikationsstrategien so ausrichten, dass sie konsequent von den Bedürfnissen aktiver Patienten ausgehen und deren Rolle als Mitentscheider anerkennen. Darüber hinaus können Portfolio-Entscheidungen getroffen werden, die Prävention, Früherkennung und langfristige Versorgung stärker integrieren und gezielt auf Healthy Longevity abzielen.
Ein Beispiel dafür sind digitale Patientenplattformen wie mediteo, die patientenzentrierte Kommunikations- und Serviceangebote direkt im Versorgungsalltag verankern und gleichzeitig zusätzliche Erkenntnisse über Bedürfnisse und Verhalten von Patienten liefern.
Insight Health begleitet diesen Prozess mit datengetriebener Markt- und Versorgungsforschung: von der Identifikation relevanter Patientensegmente über die Analyse des Versorgungsgeschehens bis zur Unterstützung bei der Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen.
Fazit: Longevity als neues Leitbild für patientenzentrierte Pharma-Strategien
Longevity rückt das Ziel „möglichst lange gesund leben“ in den Mittelpunkt – und Patienten werden zu aktiven Gestaltern dieses Ziels. Für Pharmaunternehmen ist es entscheidend, diese Entwicklung nicht nur wahrzunehmen, sondern sie strategisch zu nutzen.
Mit validen Versorgungsdaten und fundierter Analytik schaffen Marktplayer die Grundlage, um Patientenzentrierung konkret zu machen, aktive Patienten besser zu verstehen und Longevity-orientierte Produkt- und Serviceangebote zu entwickeln, die einen echten Beitrag zu einem langen, gesunden Leben leisten. Auf diese Weise wird aus dem Trend Longevity mithilfe von datengetriebenen Erkenntnissen aus dem Gesundheitsmarkt eine messbare, planbare und marktrelevante Strategie.
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