Wie pharmazeutische Unternehmen Einblicke in das stationäre Versorgungsgeschehen erhalten

Der stationäre Sektor spielt in vielen Indikationen eine zentrale Rolle – etwa bei komplexen Eingriffen, akuten Komplikationen oder der Einleitung spezialisierter Therapien. Gleichzeitig bleibt das Versorgungsgeschehen im Krankenhaus für viele Akteure, auch in der pharmazeutischen Industrie, nur eingeschränkt sichtbar. Wo werden welche Patienten behandelt? Welche Prozeduren werden tatsächlich durchgeführt? Wie verändern sich Fallzahlen und Strukturen im Zeitverlauf?

Eine systematische Auswertung von Krankenhausfalldaten kann hier ein klareres Bild liefern.

Datenbasis: Was in den Falldaten steckt

Die Datengrundlage der Hospital Insights umfasst rund 37 Millionen stationäre, anonymisierte und abgerechnete Patientenfälle und erlaubt damit eine detaillierte Analyse von Versorgungsmustern, regionalen Unterschieden und Versorgungspfaden. Der BinDoc Cube und die darauf aufbauende Forschungsdatenbank enthalten Struktur- und Leistungsdaten von rund 500 Kliniken, die nicht öffentlich zugänglich sind und verknüpfen diese mit weiteren öffentlichen Informationen wie Klinikprofilen. Auf dieser Basis werden ferner über eine Trillion Variablenkombinationen genutzt, um flexible und benutzerfreundliche Modellierungen für passgenaue Datenanalysen zu ermöglichen – eine einzigartige und repräsentative Quelle für Fragestellungen im stationären Sektor.

Die Auswertungen beruhen auf aggregierten Krankenhausfalldaten wie z. B.

  • Haupt- und Nebendiagnosen (kodiert nach standardisierten Klassifikationen),
  • Prozeduren und Eingriffen (was wird bei dem Patienten durchgeführt?),
  • Medikamente (was wird appliziert und in welcher Dosierung?),
  • Fallzahlen nach Indikation sowie
  • regionalen und einrichtungsbezogenen Zuordnungen.

Durch die strukturierte Aufbereitung dieser Informationen lassen sich unter anderem Versorgungsverläufe im Zeitverlauf einordnen, Unterschiede zwischen Einrichtungen und Regionen identifizieren und auch Zusammenhänge zwischen Indikationen, Prozeduren sowie Behandlungspfaden analysieren.

Im Vordergrund steht dabei nicht der Blick auf den Einzelfall, sondern die aggregierte Perspektive auf Indikationen, Kliniken und Regionen – also genau die Ebene, auf der sich Versorgungsentwicklungen und strukturelle Veränderungen abbilden.

Analytische Fragestellungen: Was sich aus den Daten ablesen lässt

Auf Basis der Falldaten können unterschiedliche Fragestellungen adressiert werden, die auch für Pharmaunternehmen von Interesse sind, etwa:

Patient Journey: Was passiert beim Patienten – von der Aufnahme bis zur Entlassung?

  • Wie sieht die Patient Journey bei bestimmten Erkrankungen aus?
  • Wie ist der Weg von der Aufnahme bis zur Entlassung?

Patientenprofile: Wie können Patientenpopulationen identifiziert werden?

  • Welche Therapien werden bei welchen Diagnosekombinationen gegeben?
  • Wie sehen Patientencharakteristika aus?

Real-World Insights Analysen

  • Prävalenzen: Wie entwickeln sich Fallzahlen?
  • Behandlungsprofile: Welche Medikamente kommen zum Einsatz?
  • Verweildauer: Wie lange verbleibt der Patient in der Klinik?
  • Schweregrade & Mortalität: Welche Schweregrade der Erkrankung und Mortalitäten sind vertreten?

Darüber hinaus sind weitere Analysen möglich:

Fallzahl- und Strukturentwicklung:

  • Wie verändern sich Fallzahlen in bestimmten Indikationen über die Zeit?
  • Gibt es Verschiebungen zwischen Versorgungsstufen, etwa von Grund- zu Maximalversorgern?

Regionale Versorgung:

  • In welchen Regionen werden bestimmte Prozeduren besonders häufig durchgeführt?
  • Lassen sich Muster einer möglichen Über- oder Unterversorgung erkennen?

Spezialisierung von Einrichtungen:

  • Welche Häuser weisen eine hohe Fallzahl oder besondere Spezialisierung in bestimmten Indikationen oder Eingriffen auf?
  • Wo konzentriert sich komplexe Versorgung?

Fallmix und Prozedurprofil:

  • Wie unterscheiden sich Kliniken hinsichtlich ihres Fallmixes und der durchgeführten Prozeduren?
  • Welche typischen Kombinationen von Diagnosen und Eingriffen treten auf?

Solche Analysen können helfen, die klinische Realität in relevanten Indikationsgebieten besser zu verstehen und Entwicklungen im stationären Bereich frühzeitig zu erkennen.

Methodik: Kombination von Daten- und Analysekompetenz

Im Bereich stationärer Daten arbeitet Insight Health mit der BinDoc GmbH zusammen. BinDoc bringt methodische Expertise in der Verarbeitung und Analyse von Krankenhausfalldaten ein, Insight Health ergänzt diese durch die Einbettung in ein breiteres, sektorenübergreifendes Datenumfeld. Die Auswertung der Falldaten erfolgt über analytische Frontends, die beispielsweise ermöglichen:

  • Indikationen und Prozeduren standardisiert auszuwerten,
  • nach Region, Zeitraum und weiteren Merkmalen zu filtern,
  • Kennzahlen wie Fallzahlen, Anteile oder Wachstumsraten abzuleiten.

Dadurch lassen sich Versorgungsstrukturen und -entwicklungen systematisch und reproduzierbar analysieren.

Ergänzende Perspektive: Patientennahe Daten außerhalb der Klinik

Krankenhausfalldaten bilden primär den Abschnitt der Versorgung ab, der im stationären Setting stattfindet. Für ein vollständigeres Bild des Versorgungspfads sind ergänzende Informationen sinnvoll – insbesondere dort, wo ambulante Verläufe oder Adhärenz eine Rolle spielen.

Die Kombination von Routinedaten aus dem Krankenhaus mit patientennahen Informationen ermöglicht eine differenziertere Sicht auf Versorgung und Outcomes entlang des gesamten Behandlungspfads – von der Klinik bis zum Patienten.

Relevanz für Forschung und Praxis

Für die pharmazeutische Industrie eröffnen sich durch diese Datengrundlage verschiedene Anwendungsfelder, unter anderem:

  • Gesundheitsökonomische Betrachtungen: Einschätzung von Fallintensität und Ressourceneinsatz im stationären Setting
  • Struktur- und Bedarfsplanung: Bewertung von regionaler Versorgungsdichte, Spezialisierung und Kapazitäten
  • Strategische Einordnung von Indikationen: Besseres Verständnis von Versorgungswegen, Kliniklandschaft und regionalen Unterschieden als Grundlage für die interne Planung.
  • Versorgungsforschung: Analyse der realen Versorgungspraxis im Vergleich zu Leitlinien und Studiendaten

Die Kombination aus breiter Falldatenbasis, analytischer Aufbereitung und ergänzenden patientennahen Informationen trägt dazu bei, die stationäre Versorgung aus einer datenbasierten, differenzierten Perspektive zu betrachten – und damit Zusammenhänge zu erkennen, die in klassischen Marktdaten oft verborgen bleiben.

Wie man sich dem stationären Sektor zu Beginn nähern kann: Ersteinblick für Ihre Indikation

Insight Health unterstützt pharmazeutischen Unternehmen dabei, einen ersten, fundierten Einblick in das stationäre Marktgeschehen für eine ausgewählte Indikation zu erhalten. Die Analysen erfolgen aus drei komplementären Perspektiven:

Marktsicht: Quantifizierung der Marktgröße und des Indikationsvolumens auf Basis stationärer Echtdaten, ergänzt um demografische Strukturmerkmale und einen indikationsspezifischen Forecast.

Patient Journey: Beschreibung von Behandlungspfaden und Therapieentscheidungen im klinischen Alltag, einschließlich Prozeduren, Arzneimitteleinsatz, Komorbiditätsprofilen und Verweildauern.

Versorgung im Wandel: Analyse der Auswirkungen der Krankenhausreform – insbesondere Mindestvorhaltezahlen und Leistungsgruppen – auf die räumliche und strukturelle Versorgungslandschaft.

Durch die Verknüpfung dieser drei Blickwinkel lassen sich Versorgungsstrukturen, Patientenkollektive und dynamische Marktveränderungen konsistent einordnen und für strategische Fragestellungen nutzbar machen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen kann dieser Ersteinblick helfen, initiale strategische Fragestellungen im Krankenhaussektor zu beantworten – zum anderen zeigt dieser den Möglichkeitsraum für weitergehende datenbasierte Analysen auf.

Ersteinblick am Beispiel der Indikation C18 (Kolonkarzinom)

Der Einblick zeigt, wie sich die stationäre Versorgung in der Indikation des Dickdarmkrebses und die zugrunde liegenden Patientenstrukturen bis 2040 verändern werden – und welche Konsequenzen das für die pharmazeutische Industrie hat.

Er bietet ein klar umrissenes Set an Auswertungen, das sich als „Bausteinkasten“ für Markt-, Versorgungs- und Strategiediskussionen nutzen lässt – die konkreten Zahlen und Grafiken sind in einem aufbereiteten Bericht enthalten.

1. Forecast und Marktbild der Indikation

  • Trendanalyse der stationären Fälle über mehrere Jahre hinweg
  • Forecast der Fallzahlen

2. Alters- und Patientenprofile

  • Detaillierte Altersverteilung der Patienten mit Kolonkarzinom inklusive Altersmedian und Alterspeaks
  • Geschlechtsverteilung und typisches Patientenprofil
  • Ableitung der Relevanz von Komorbiditäten und klinischer Komplexität für Therapieentscheidungen

3. Patient Journey im stationären Setting

  • Darstellung der häufigsten diagnostischen und operativen Prozeduren (z. B. bildgebende Diagnostik, chirurgische Eingriffe)
  • Verteilung der Patient Clinical Complexity Level (PCCL) zur Einschätzung der Nebendiagnosen-Schwere
  • Entwicklung der durchschnittlichen Verweildauer im Zeitverlauf
  • Übersicht über die im stationären Alltag am häufigsten eingesetzten Arzneimittel

4. Versorgung im Wandel durch die Krankenhausreform

  • Analyse der Auswirkungen von Mindestvorhaltezahlen und Leistungsgruppen auf die Indikation.
  • Darstellung der Versorgungslandschaft vor und nach Anwendung der Mindestvorhaltezahlen
  • Identifikation von Kliniken innerhalb relevanter Leistungsgruppen
  • Hinweise auf sich verändernde Patientenströme und regionale Erreichbarkeit

Damit erhalten Kunden ein fachlich fundiertes Set an Kennzahlen und Grafiken, das Forecast, Altersprofile, Versorgungsrealität und Reformeffekte für das Kolonkarzinom integriert und für weitere interne Analysen und Entscheidungen nutzbar macht.

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